2026
Beispiele von Veranstaltungen/Vorträgen/Workshops 2013 – 2025
Vorträge beim Green Belt Camp im Weinviertel (seit 2023)
Der „Eiserne Vorhang“ mit seinen Grenzsperrzonen hat quer durch Europa ein einzigartiges „Grünes Band“ hinterlassen, das heute mit der internationale Initiative European Green Belt gepflegt wird. So führt der Naturschutzbund Niederösterreich seit 2015 jährlich das Green Belt Camp im Weinviertel durch, bei dem junge Erwachsene aus aller Welt im Sinne des Naturschutzes freiwillig arbeiten. Es ist ein sehr vorbildliches Projekt, zu dem ich seit 2023 regelmäßig eingeladen werde, einen Fotovortrag über die Geschichte des „Grünes Bands“ zu halten und Einblicke in die Zeit des Eisernen Vorhangs in der Region zu geben. An der einstigen „toten Grenze“ spreche ich vor jungen Menschen aus verschiedensten Ländern, z.B. aus Spanien, Italien, Deutschland, Niederlanden, Slowenien, Venezuela, Frankreich, Belarus, Venezuela und anderen Teilen der Welt. In diesen Tagen des Green Belt Camps dient das „Grüne Band“ wahrlich als schöner Ort der internationalen Begegnung.

Österreich liest! | „Grenzenlos Radeln 3“ in Jennersdorf | 20. Oktober 2025
Am 20. Oktober 2025 machte ich wieder einen Ausflug ins Südburgenland. Im Rahmen des Literaturfestivals „Österreich liest!“ durfte ich in der Stadtbücherei Jennersdorf den dritten Band von „Grenzenlos Radeln“ vorstellen und einige Auszüge vorlesen. Viel(e) Geschichte(n) gibt es an österreichisch-ungarischen Grenze zu erfahren! Besonders bewegend sind persönliche Schicksale: So erinnere ich zum Beispiel an eine berühmte ungarische Schauspielerin, Katalin Karády, die im kommunistischen Regime keine Zukunft sah und beim Eisenberg unter Lebensgefahr den „Eisernen Vorhang“ überwand. Und wir können heute die Freiheit auf dem Rad erleben. Ich danke Michaela Bacher von der Stadtbücherei Jennersdorf für den freundlichen Empfang. Über das Interesse der Besucher*innen sowie über die anregenden Gespräche habe ich mich sehr gefreut.

Vortrag „Erinnerungsorte zum Kalten Krieg entlang der Grenze zwischen Ungarn und Österreich“ | 8. Oktober 2025, Konferenz in Budapest

„Die ungarisch-österreichische Grenze im Kalten Krieg“: Bei der wissenschaftlichen Konferenz in Budapest, die vom Archiv der staatlichen Sicherheitsdienste Ungarns (ABTL) und dem Ludwig Bolzmann Institut für Kriegsfolgenforschung (BIK) veranstaltet wurde, präsentierte ich Ergebnisse meiner Entdeckungstouren an der Grenze.
Die wichtigsten Denkmäler und Gedenkstätten im ungarisch-österreichischen Grenzraum mit Bezug zum Kalten Krieg erinnern an die Jahre 1956 (Ungarnkrise) und 1989 (Ende des Eisernen Vorhangs), wie zum Beispiel die „Brücke von Andau“ über den Einserkanal und der Gedenkpark „Paneuropäisches Picknick“ bei Sopron/Grenzübergang St. Margarethen. Auffällig ist, dass es bis heute kein repräsentatives Denkmal für die Opfer des Eisernen Vorhangs gibt. Nur eine Gedenktafel in Lutzmannsburg erinnert seit 2019 an das letzte Opfer – an den DDR-Bürger Kurt-Werner Schulz. In der Landschaft sieht man immer wieder Reste/Nachbildungen des Grenzzauns und originale ungarische Wachtürme als Reminiszenz an das geteilte Europa im Kalten Krieg – interessanterweise auch auf österreichischer Seite.
Radexkursion „Radeln am Grünen Band. Unbekanntes Land jenseits der March“ | 22. Juni 2024, Veranstaltung des Vereins Auring (Hohenau an der March)
Immer wieder beeindruckend: die Marchauen, das „grüne Erbe“ des Eisernen Vorhangs. Über die kleine Brücke bei Hohenau radelte eine kleine interessierte Gruppe, die über den Verein Auring zur Exkursion gestoßen war, in die Slowakei. Wir fuhren 50 Kilometer durch eine benachbarte Region, die aber nur wenige kennen. Ich hob historische Spuren – nicht nur aus der Zeit des Kalten Kriegs – hervor, z.B. die ehemaligen Grenzkasernen, Bunker aus den 1930er-Jahren, die Habaner-Siedlung in Vel’ké Leváre (Großschützen), verschwundene Brücken und Verbindungen über die March.

Mit der Fähre bei Záhorská Ves gelangten wir wieder auf die österreichische Seite der March nach Angern. Es war ein wunderbarer und angenehmer Tag des Austauschs, der Gespräche und des gemütlichen Radelns. Vielen Dank den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Exkursion!
Vortrag: „Cold War Monuments und Museums along the Austrian Border | 15. Juni 2024, Malborghetto (Italien)“
Erstmals absolvierte ich einen wissenschaftlichen Auftritt in Italien, bei dem internationalen Workshop „Commemorating the Cold War in Europe“. Verantstaltet wurde dieser von den Insitutionen Universitá degli studi di Udine, Harvard University/Cold War Studies und FriuliStoria in Udine und Malborghetto (13.-15. Juni 2024). Bei meinen Radtouren entlang der Grenze achte ich als leidenschaftliche Historikerin immer auf Denkmäler, Gedenkstätte und Museen, die zeigen, wie woran erinnert wird. Forschung per Fahrrad… So gab ich einen Überblick über die wichtigsten Erinnerungsorte in den Grenzregionen Österreichs mit Tschechien, der Slowakei und Ungarn, die in Zusammenhang mit dem Kalten Krieg und dem Eisernen Vorhang stehen. Den Vortrag hielt ich gemeinsam mit Dieter Bacher vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung vor Kolleg*innen und Expert*innen aus verschiedenen Staaten, wie etwa aus Deutschland, Ungarn, Polen, Tschechien, Bulgarien, den USA, der Ukraine, den Niederlanden und Italien.

Der Workshop endete mit einem beeindruckenden Besuch eines Bunkers bei Malborghetto, der im Kalten Krieg von der Italienischen Armee und der NATO genutzt wurde. Ich hänge schon dem Gedanken nach, ob ich einmal hier in dieser Region radeln werde.
Radexkursion „Grenzerfahrung“ im Raum Gmünd/České Velenice | 29. Juli 2023, Programmpunkt des Internationalen Kulturfestivals PŘECHODY – ÜBERGÄNGE
Das Internationale Kulturfestival PŘECHODY – ÜBERGÄNGE gehört zu meinen Fixpunkten im persönlichen Eventkalender. Etwa alle zwei Jahre geht diese grenzüberschreitende Veranstaltung seit 2004 über die Bühne. Im Jahr 2023 leitete ich selbst eine Radexkursion durch das nähere Umfeld von Gmünd/České Velenice, eine historisch stark aufgeladene Landschaft mit Resten von geschleiften Ortschaften wie Krabonoš (Zuggers): ein Dorf, das nach dem Ersten Weltkrieg von Niederösterreich abgetrennt wurde und zur Tschechoslowakei kam.

Als Anfang der 1950er-Jahre die Grenzsperrzonen und der Grenzzaun des Eisernen Vorhangs errichtet wurden, mussten dieser Ort und die Bewohner*innen andere weichen. Die Kirche blieb stehen und verfiel. In den letzten Jahren zeigen die Intiativen zur Renovierung des Gebäudes Früchte und es finden hier wieder Veranstaltungen statt.
Zu Zeiten des Kalten Kriegs/Eisernen Vorhangs gab es auch in diesem Abschnitt Grenzvorfälle – an einen erinnert sogar ein kleines Denkmal im Wald, den tschechoslowakische Grenzsoldaten in Gedenken an Adam Ruso errichtet haben. Bei der Exkursion fuhren wir – eine Gruppe von etwa zwanzig Personen – auch direkt auf den ehemaligen Begleitstreifen des Eisernen Vorhangs, die in Tschechien oft zu Radrouten wurden. Welch ein Glück, dass wir diese Entwicklung erleben durften!
Workshop/Exkursion „Grenzen und Begrenzen“ in Gmünd/České Velenice | 10. September 2022, Veranstaltung der Science Academy NÖ/Lehrgang Geschichte und Kultur
Mit einer Gruppe von interessierten Schüler*innen machten Dieter Bacher (Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung) und ich eine Exkursion nach Gmünd/České Velenice. Mit Spaziergängen erkundeten wir die ungleichen Zwillingsstädte, an denen man die Folgen der Grenzziehung nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie und die Auswirkungen der letzten hundert Jahre deutlich sehen kann. České Velenice ist faktisch ein „Kind“ dieser Geschichte und besteht als Stadt seit 1922. Wir besuchten für einen informativen Überblick das neue Haus der Gmünder Zeitgeschichte, das in einem Lagertor eines ehemaligen Flüchtlingslagers aus dem Ersten Weltkrieg untergebracht ist. Die Geschichte liegt hier buchstäblich auf der Straße, wenn man genau schaut.

Unter diesem Motto spazierten wir gemütlich vom Hauptplatz in Gmünd ohne Kontrollen über den Grenzübergang Böhmzeil nach České Velenice bis zum Bahnhof, der eine sehr wichtige Rolle in der Entwicklung dieser Region spielte. Schließlich machten wir uns auch bewusst, dass zu Zeiten des Eisernen Vorhangs eine solche Exkursion einfach nicht möglich gewesen wäre.
Vortrag und Exkursion „Geschichte(n) von der tschechisch-österreichischen Grenze“ | 8. August 2017, Raabs | Junge Uni Waldviertel-Vysočina
Die Junge Uni in Raabs bietet Jugendlichen aus Österreich und Tschechien ein anspruchsvolles, interessantes und abwechslungsreiches Programm für eine Ferienwoche. Ganz nebenbei entstehen Freundschaften über Grenzen hinweg. Ein vorbildliches Projekt, bei dem ich 2017 erstmals mitwirken durfte.
Vor ca. 100 jungen Studierenden gab ich in einem Vortrag einen Überblick über die tschechisch-österreichische Grenzgeschichte im 20. Jahrhundert. Am Nachmittag radelte ich mit einer kleinen Gruppe über die Grenze nach Hluboka (Tiefenbach), wo wir das Museum «Leben am Eisernen Vorhang» im ehemaligen kommunistischen Kulturhaus besuchten.

Vortragsreihe „Grenzerfahrungen“. Eine ZEIT_Radreise in Fotos (seit 2014)

Bei meinen Fotovorträgen gebe ich Einblicke in meine Radtouren entlang der Grenze und zeige Spuren der wechselhaften Geschichte auf. Die ersten Auftritte während der Recherche zu meinem ersten Buch „Grenzenlos Radeln“ fanden 2014 bis 2018 im Wirtshaus Assmayer in Wien statt. Außerdem war ich im Mai 2017 im Green Belt Center in Windhaag bei Freistadt (OÖ) und bei verschiedenen anderen Veranstaltungen.
- Am ehemaligen „Eisernen Vorhang“ (Tschechien/Slowakei)
- Böhmerwald / Šumava
- Maltschtal | Gratzener Bergland | Gmünd
- Der „Hohe Norden“ Österreichs und „Böhmisch-Kanada“ | Im Thayaland
„Grenze – Symbole und Realitäten“. Zur Zeitgeschichte in der Region Retz / Znojmo | 19. September 2013, Exkurstionstag für HAK-Lehrer*innen aus Wien
Die Exkursion nach Hardegg und Retz sollte Impulse für das interdisziplinäre Unterrichtsfach „Internationale Wirtschafts- und Kulturräume“ geben. In der Grenzregion zeigen sich die Auswirkungen der umwälzenden Ereignisse des 20. Jahrhunderts besonders deutlich. Vorträge sowie Diskussionen mit Bewohner*innen vermittelten ein tieferes Verständnis für die Geschichte und aktuellen Probleme des Thayatals.


